Die Währungsumstellung am 1.7.1990 beobachtet in Erfurt: Die Schaufenster vieler Läden am Morgen der DM-Ausgabe lassen das zukünftige Warenangebot erahnen.

In Kartons wird das Geld in einer Schule angeliefert, die neben Postämtern, Banken und Sparkassen als „Sonderauszahlungsstelle“ dient, und für den Umtausch durch die Bürger vorbereitet.

In einem Klassenzimmer kann jeder DDR-Bürger MDN (Mark der deutschen Notenbank, so die offizielle DDR-Bezeichnung) gegen D-Mark tauschen.

Behinderte und Gebrechliche werden zuhause oder in Heimen von Behördenvertretern zum Umtausch besucht. Für manche Alte ist es bereits die dritte Währungsreform in ihrem Leben.

Am Tag der Umstellung, einem Sonntag, kann man seine neuen D-Mark bereits in überteuerte gebrauchte Autos und in „Westzigaretten“ investieren. Oder man kann auf „Verbrauchermessen“ Massagegeräte, Wärmedecken und andere westliche Errungenschaften erstehen.

Währenddessen feiern Jugendliche die neue Währung mit einer Party.

Liebherr und Marlboro gegen Foron und Plattenbau. Mercedes gegen „Neues Deutschland“. Ein Tag verändert alles.

stern Magazin