Mein eigentlicher Auftrag waren Fotos für eine Reportage über die „Rübergemachten“ und die „Zurückgebliebenen“. Dazu hatte ich mit einer Stern-Reporterin im Westen DDR-Bürger portraitiert, die über die Botschaften in Prag, Budapest oder Warschau geflüchtet waren und nun wollten wir deren verlassene Angehörige in der DDR besuchen.

Die in Notunterkünften untergebrachten Flüchtlinge wurden in gut gemeinter Solidarität von Westbürgern mit allem versorgt, was sinnvoll schien, vor allem mit Lebensmitteln, Kleidung und Spielzeug. So saß diese Familie plötzlich mit Maschinenpistole fürs Kind an einem Tisch voller Vakuumverpackungen.

Während diese Frau in ihrem Wohnzimmer in einem Dorf bei Berlin („Hauptstadt der DDR“) noch große Bedenken hatte, mit uns über ihre abrupt verschwundenen Angehörigen zu sprechen. Am Tag danach traute man der Wende nicht wirklich.

stern Magazin